Auktionsverfahren CO2 Bepreisung 2026

Das Auktionsverfahren (oder Versteigerungsverfahren) im Rahmen des Emissionshandels beschreibt den Prozess, bei dem Verschmutzungsrechte (CO2-Zertifikate) nicht mehr zu einem staatlich festgelegten Festpreis verkauft, sondern am Markt an den Meistbietenden versteigert werden.

In Deutschland markiert das Jahr 2026 den Übergang von der Festpreisphase (Phase 1) zur Versteigerungsphase (Phase 2) nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG).


Kernmerkmale des Auktionsverfahrens 2026

1. Die Marktmechanik

Anstatt dass der Staat sagt: „Ein Zertifikat kostet 55 €“, stellt er eine bestimmte Menge an Zertifikaten an einer Börse (in der Regel die EEX in Leipzig) bereit. Unternehmen (wie Gaslieferanten oder Mineralölkonzerne) geben Gebote ab, wie viele Zertifikate sie zu welchem Preis kaufen möchten.

2. Der Preiskorridor (Sicherheitsnetz)

Um extreme Preissprünge oder einen Absturz des Marktes im ersten Jahr des freien Handels zu verhindern, hat der Gesetzgeber für 2026 einen gesetzlichen Korridor festgelegt:

  • Mindestpreis: 55 € pro Zertifikat.

  • Höchstpreis: 65 € pro Zertifikat.

Wie das funktioniert: Wenn die Gebote unter 55 € liegen, werden keine Zertifikate ausgegeben. Wenn die Nachfrage so hoch ist, dass der Preis über 65 € steigen würde, gibt der Staat zusätzliche Zertifikate aus einer Reserve frei, um den Preis bei 65 € zu decken.

3. Teilnehmende

Nicht jeder Bürger bietet direkt mit. Zur Auktion zugelassen sind primär die sogenannten Inverkehrbringer von Brennstoffen:

  • Gasversorgungsunternehmen

  • Heizölhändler

  • Raffinerien und Importeure von Benzin und Diesel

  • Kohlehändler

Diese Unternehmen müssen für jede Tonne CO2, die durch die von ihnen verkauften Stoffe entstehen wird, ein Zertifikat ersteigern.


Der Ablauf einer Auktion (vereinfacht)

  1. Ausschreibung: Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) gibt bekannt, wie viele Zertifikate in einer bestimmten Woche versteigert werden.

  2. Gebotsabgabe: Die Unternehmen geben verdeckte Gebote ab (Menge und Preis).

  3. Zuschlag: Das Auktionssystem ermittelt den Preis, bei dem die gesamte angebotene Menge verkauft werden kann. Alle Bieter, deren Gebot über oder genau auf diesem Preis lag, erhalten die Zertifikate zu diesem einheitlichen Auktionspreis (Uniform Pricing).


Warum ist das wichtig?

Das Auktionsverfahren ist die Vorstufe zum vollständig freien Markt, der 2027 beginnt.

  • Ab 2027 fällt der Höchstpreis von 65 € weg.

  • Dann bestimmt allein das Angebot (wie viel CO2 darf Deutschland noch ausstoßen?) und die Nachfrage (wie viel Gas/Sprit wird noch verbraucht?) den Preis.

Das Auktionsverfahren 2026 dient also als „Trainingsphase“ für Unternehmen, sich an schwankende Preise zu gewöhnen, während der Korridor gleichzeitig für soziale und wirtschaftliche Stabilität sorgt.

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