Klimaretter Ozean
Der Bericht stellt verschiedene meeresbasierte CO2-Entnahmeverfahren vor, die die natürliche CO2-Aufnahme des Meeres gezielt verstärken sollen.
Wichtige vorgeschlagene Verfahren (Marine CDR-Methoden):
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Alkalinitätserhöhung des Ozeans Ocean Alkalinity Enhancement, OAE):
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Idee: Man bringt feingemahlenes Gesteinspulver (z. B. Silikat- oder Karbonatgestein wie Olivin oder Kalkstein) ins Meerwasser ein.
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Wirkung: Das Gestein löst sich auf und erhöht die Alkalinität (das natürliche Säurebindungsvermögen) des Meerwassers. Dadurch kann das Meer chemisch mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. Ein positiver Nebeneffekt wäre die mögliche Milderung der Ozeanversauerung.
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Herausforderung: Der immense Materialbedarf (Bergbau), die nötige Infrastruktur und die Risiken für die marinen Ökosysteme sind unklar.
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Wiederherstellung und Ausweitung von Küstenökosystemen (Blue Carbon):
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Idee: Ökosysteme wie Mangrovenwälder, Seegraswiesen oder Salzwiesen nehmen natürlich große Mengen Kohlenstoff auf und speichern ihn im Boden.
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Wirkung: Durch den Schutz und die Wiederherstellung dieser "Blue-Carbon-Ökosysteme" wird die natürliche Kohlenstoffspeicherung (Biologische Kohlenstoffpumpe) verstärkt.
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Herausforderung: Das Potenzial ist im globalen Maßstab begrenzt, aber diese Maßnahmen haben erhebliche Vorteile für den Naturschutz und die Küstenresilienz.
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Künstlicher Auftrieb ($\text{Artificial Upwelling}$):
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Idee: Nährstoffreiches Tiefenwasser wird gezielt an die Oberfläche gepumpt.
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Wirkung: Das soll das Wachstum von Phytoplankton (Mikroalgen) anregen. Phytoplankton betreibt Photosynthese und bindet $\text{CO}_2$ aus dem Oberflächenwasser. Wenn es stirbt, sinkt es in die Tiefe und speichert den Kohlenstoff dort ($\text{Biologische Pumpe}$).
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Herausforderung: Die Effektivität ist ungewiss, die Auswirkungen auf das marine Ökosystem (z. B. Verschiebung von Nahrungsketten) sind kaum erforscht und bergen große Risiken.
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CO2-Speicherung im tiefen Meeresuntergrund - Carbon Capture and Storage
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Idee: CO2 wird abgetrennt (z. B. aus Industrieabgasen) und unter dem Meeresboden in geologischen Formationen (z. B. Sandstein oder Basaltgestein) gespeichert.
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Wirkung: Das Gas wird dauerhaft aus dem Kreislauf entfernt.
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Herausforderung: Technische Machbarkeit, Sicherheit des Speichers und gesellschaftliche Akzeptanz (auch wenn es sich nicht um eine Entnahme aus der Atmosphäre durch das Meer, sondern um eine Speicherung im Meeresuntergrund handelt).
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Der World Ocean Review 8 betont, dass diese Verfahren noch intensiv erforscht werden müssen, da ihre Risiken, Kosten und die tatsächliche Klimaeffektivität noch nicht ausreichend bekannt sind. Oberste Priorität bleibt die Reduktion von Emissionen.
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