Fortschritte Brasiliens beim Thema Entwaldung im Amazonasgebiet
Nachdem die Abholzungsrate unter der vorherigen Regierung dramatisch angestiegen war, verzeichnet Brasilien seit dem Amtsantritt von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wieder signifikante Fortschritte im Kampf gegen die Entwaldung.
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Rückgang der Rate: Im Zeitraum von August 2024 bis Juli 2025 meldete das Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) eine Zerstörung von rund 5.796 Quadratkilometern Regenwald im Amazonasgebiet.
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Historischer Tiefstand: Dieser Wert entspricht einem Rückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ist der niedrigste Wert seit 2014.
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Lulas Politik: Dieser Rückgang wird auf die Wiederbelebung der Umweltbehörden (wie IBAMA und ICMBio), die verstärkte Überwachung sowie auf die härtere Bestrafung illegaler Abholzungsaktivitäten zurückgeführt.
| Zeitraum (August bis Juli) | Abgeholzte Fläche (ca. km²) | Anmerkung |
| Vor 2023/2024 | > 10.000 | Hohe Rate unter der Vorgängerregierung |
| 2023/2024 | ca. 6.500 | Deutlicher Rückgang nach Regierungswechsel |
| 2024/2025 | 5.796 | Niedrigster Stand seit 2014 |
Langfristiges Ziel und Herausforderungen
Das ehrgeizige Ziel der brasilianischen Regierung für die COP 30 und darüber hinaus ist klar:
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Ziel: Null-Entwaldung bis 2030 im Amazonasgebiet.
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Erfolgskontrolle: Die jüngsten Zahlen zeigen, dass die politischen Maßnahmen greifen und Brasilien mit einem glaubwürdigen Fortschritt als Gastgeber der COP 30 in Belém auftreten kann.
Der Zielkonflikt: Ölförderung und Infrastruktur
Trotz der Erfolge beim Waldschutz steht die Regierung Lula da Silva in der internationalen Kritik, da sie einen politischen Spagat zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum versucht:
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Neue Ölprojekte: Der staatliche Ölkonzern Petrobras hat die Erlaubnis erhalten, neue Ölfelder nahe des Amazonasbeckens zu erschließen. Präsident Lula argumentiert, dass die Einnahmen aus dieser Förderung zur Finanzierung der Energiewende und des Sozialprogramms benötigt werden.
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Infrastrukturausbau: Zudem werden neue Straßen und Infrastrukturprojekte im Amazonasgebiet geplant oder vorangetrieben. Solche Projekte bergen das Risiko, abgelegene Regionen zu erschließen und damit illegale Abholzung und Landnahme (Land-Grabbing) zu fördern.
Dieser Widerspruch zwischen dem Schutz des Waldes und der gleichzeitigen Förderung fossiler Brennstoffe wird bei der COP 30 in Belém ein zentraler Diskussionspunkt sein und die Glaubwürdigkeit Brasiliens als "grüne" Führungsmacht auf die Probe stellen.
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