Die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen ist aktuell
1. Das regulatorische Fundament: Der Critical Raw Materials Act (CRMA)
Die EU hat mit dem CRMA (in Kraft seit Mai 2024) verbindliche Quoten festgelegt, die bis 2030 erreicht werden müssen. Die Umsetzung läuft 2026 auf Hochtouren:
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Abbau in der EU: Mindestens 10 % des Jahresbedarfs sollen aus europäischen Minen kommen (z. B. Lithium aus Sachsen oder Serbien, Seltene Erden aus Schweden).
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Verarbeitung: Mindestens 40 % der Veredelung (Raffinerien) soll in Europa stattfinden, um nicht nur das Erz, sondern auch das fertige Material zu kontrollieren.
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Recycling: Mindestens 25 % (das Ziel wurde 2025 von 15 % auf 25 % angehoben) müssen aus Sekundärrohstoffen gewonnen werden.
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Anti-Klumpenrisiko: Maximal 65 % eines strategischen Rohstoffs dürfen aus einem einzigen Drittland stammen.
2. Aktuelle Nachrichten & Projekte (Stand Januar/Februar 2026)
Um diese Quoten zu erfüllen, hat die EU-Kommission das Programm RESourceEU gestartet:
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Strategische Projekte: Es wurden bereits über 60 Projekte mit dem Status „Strategisches Projekt“ bedacht. Das bedeutet: Turbo-Genehmigungen (maximal 27 Monate statt oft 10 Jahre) und bevorzugter Zugang zu Finanzmitteln.
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Gemeinsamer Einkauf: Ab Ende 2026 wird eine europäische Einkaufsplattform aktiv. Ähnlich wie beim Erdgas nach 2022 bündelt die EU die Nachfrage, um gegenüber China und anderen Produzenten bessere Preise und langfristige Lieferverträge (Off-take Agreements) auszuhandeln.
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Rohstoff-Lager: Die EU baut erstmals strategische Reserven für Seltene Erden und Gallium auf, um kurzfristige Exportstopps Chinas abfedern zu können.
3. Die drei Säulen der Unabhängigkeit
| Säule | Maßnahme | Beispiel |
| Eigene Förderung | Erschließung neuer Vorkommen in Europa. | Das Jadar-Projekt (Lithium) oder Projekte in Finnland (Kobalt/Nickel). |
| Recycling & Kreislauf | Rückgewinnung aus „Urban Mining“. | Ab 2026 müssen Betreiber von Bergbauabfällen melden, welche Rohstoffe sie aus alten Halden extrahieren können. |
| Substitution | Forschung an Alternativen. | Entwicklung von Elektromotoren ohne Permanentmagnete (vermeidet Seltene Erden) oder Natrium-Ionen-Batterien (vermeidet Lithium). |
Warum die Zeit drängt
China hat bereits reagiert und seit Ende 2025 die Exportkontrollen für Gallium, Germanium und Graphit verschärft. Dies trifft die deutsche Chip-Industrie und Batteriehersteller hart. Die EU versucht daher, durch Partnerschaften mit „gleichgesinnten“ Ländern (dem sogenannten Critical Raw Materials Club, u.a. mit USA, Kanada, Australien und Kasachstan) die Lücken zu schließen.
Wichtiger Hinweis: Besonders kritisch bleibt 2026 die Versorgung mit Gallium und Seltenen Erden für Windkraftanlagen. Hier kann das Recycling kurzfristig kaum helfen, da die alten Anlagen noch 20 Jahre in Betrieb sind. Hier ist Europa auf den schnellen Aufbau eigener Raffinerien angewiesen.
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