Bei Windkraft Planung für die Zukunft herrscht eine Art „kontrollierte Vollbremsung“.
. Das „Null-Gebote“-Fiasko korrigieren
Im August 2025 passierte etwas, das es zuvor noch nie gab: Bei einer Ausschreibung für 2,5 Gigawatt in der Nordsee gab es kein einziges Gebot. Die Branche sagte: Die Risiken sind zu hoch, die Kosten für Material und Zinsen zu stark gestiegen und die Flächenpacht zu teuer.
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Der Grund für den Stopp: Man will nicht sehenden Auges in die nächste gescheiterte Auktion laufen. Die Bundesregierung nutzt die Pause, um das Auktionsdesign komplett umzukrempeln.
2. Wechsel zu „Contracts for Difference“ (CfD)
Die Branche fordert seit langem zweiseitige Differenzverträge (CfDs), wie sie auch in Großbritannien oder Dänemark üblich sind.
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Wie das funktioniert: Der Staat garantiert einen festen Strompreis. Liegt der Marktpreis darunter, zahlt der Staat die Differenz; liegt er darüber, fließen die Übergewinne an den Staat zurück.
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Warum jetzt? Ohne diese Preissicherheit bekommen Unternehmen kaum noch Kredite von Banken für die milliardenteuren Parks. Die Regierung will dieses Modell nun bis Ende 2026 implementieren.
3. Anpassung an das Netz-Limit
Ihre zitierten Zahlen von Tennet (26,1 TWh) zeigen zwar den Erfolg, aber auch das Problem: An stürmischen Tagen produzieren die Parks mehr Strom, als die Leitungen in den Süden transportieren können.
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Netzengpass-Management: Es wird immer öfter Windstrom abgeregelt, während im Süden teure Gaskraftwerke einspringen müssen. Die Regierung will den Zubau nun stärker mit dem Fortschritt der großen Stromtrassen (wie SuedLink) synchronisieren, um die Kosten für dieses „Netzengpass-Management“ (die Milliarden kosten) zu senken.
Ein neuer politischer Ton
Es spielt auch eine politische Komponente hinein: Kanzler Merz hat Windkraft zuletzt als „Übergangstechnologie“ bezeichnet und setzt verstärkt auf Themen wie Kernfusion und Wasserstoff-Importe. Das sorgt in der Branche für Verunsicherung, auch wenn die offiziellen Ausbauziele (30 GW bis 2030) formal noch bestehen.
Zusammenfassend: Der Stopp ist ein strategischer Reset. Man will weg von der „Maximierung staatlicher Einnahmen“ durch hohe Gebotspreise und hin zu einem System, das Investitionen durch Preisgarantien wieder sicher macht.
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