Alarm vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)

Der Verband spricht von einem „solaren Scheideweg“ und warnt davor, dass die Politik von Ministerin Katharina Reiche die bisherigen Erfolge leichtfertig aufs Spiel setzt.

Warum der BSW-Solar die Notbremse zieht

Es gibt drei konkrete Punkte in den aktuellen Gesetzesvorhaben, die laut Branche den „Wahnsinn“ befeuern:

  1. Das neue „Netzpaket“: Reiche plant, den Netzanschluss von neuen Solarparks davon abhängig zu machen, ob das Netz „frei“ ist. Der BSW warnt, dass dies faktisch einem Zubau-Stopp in vielen Regionen gleichkommt. Statt die Netze zu digitalisieren, werden sie einfach „zugesperrt“.

  2. Streichung der Einspeisevergütung: Es wird offen diskutiert, die feste Einspeisevergütung für Dachanlagen (Privathäuser) zu beenden. Die Sorge: Ohne diese Sicherheit finanzieren Banken kaum noch Solaranlagen, und die Nachfrage im Eigenheimsektor könnte laut Umfragen um bis zu 60 % einbrechen.

  3. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG): Die Regierung will das alte Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzen. Der BSW kritisiert, dass im Entwurf die Solarenergie nur noch eine Nebenrolle spielt. Während früher die Solarpflicht auf Neubauten ein Motor war, setzt das GMG stärker auf „Technologieoffenheit“ – was oft ein Codewort für den längeren Verbleib von Gasheizungen ist.


Der „solare Scheideweg“: Die Fakten

Die Zahlen unterstreichen die Dramatik. Nach dem Rekordjahr 2024 ist der Markt bereits unter Druck geraten:

Bereich Trend 2025/2026 Ursache
Heim-Solar -29 % Rückgang Verunsicherung durch Förderdiskussionen
Gewerbe-Solar Stagnation Hohe Zinsen & bürokratische Netzanschlüsse
Batteriespeicher Wachstum Haushalte versuchen, sich vom Netz unabhängig zu machen

Warum Sie mit dem Begriff „unverantwortlich“ einen Punkt treffen:

Energetisch gesehen ist Solarenergie (zusammen mit Wind) die günstigste Form der Stromerzeugung. Wenn man diese nun ausbremst, passiert laut BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig folgendes:

  • Strompreise steigen: Da teurere Kraftwerke (Gas/Kohle) länger laufen müssen.

  • Abhängigkeit bleibt: Wir kaufen wieder mehr Energie im Ausland ein, statt sie auf dem eigenen Dach zu erzeugen.

  • Klimaziele außer Reichweite: Ohne den solaren „Effizienzbooster“ im Wärmebereich (Solarthermie & PV für Wärmepumpen) ist die CO2-Neutralität bis 2045 mathematisch nicht mehr machbar.

Interessanter Fakt: Während die Politik bremst, zeigt eine YouGov-Umfrage vom Oktober 2025, dass 78 % der Deutschen den Solarausbau beibehalten oder beschleunigen wollen. Die Politik handelt also gerade gegen eine breite gesellschaftliche Mehrheit.

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