Negative Börsenpreise im Januar: In Deutschland bisher nur 2,5 Stunden

Im Gegensatz dazu zeigte sich der deutsche Markt resilient: Negative Preise blieben hier im Januar die Ausnahme. Der Marktwert für Solarstrom lag in Deutschland fast auf dem Niveau des durchschnittlichen Börsenstrompreises, was auf eine gute Abstimmung von Erzeugung und winterlicher Last hinweist. In Spanien hingegen führt der rasant wachsende Zubau an Solarparks bei gleichzeitig stagnierender Nachfrage und fehlenden Speichern zu einem strukturellen Problem.


Warum ist das im Winter normal (oder eben nicht)?

Dass solche Phänomene ausgerechnet im Winter auftreten, wirkt auf den ersten Blick paradox, hat aber handfeste Gründe:

1. Die "Sonnenseite" des spanischen Winters (Normal)

In Spanien ist die Sonneneinstrahlung im Januar deutlich intensiver als in Nordeuropa. Da gleichzeitig die thermische Last (Heizbedarf) in Südeuropa oft geringer ist oder durch andere Quellen gedeckt wird, trifft eine hohe Solar-Produktion auf eine moderatere Nachfrage.

  • Der "Iberische Effekt": Spanien agiert aufgrund der begrenzten Netzanbindung an den Rest Europas oft wie eine "Strom-Insel". Überschüsse können nicht so leicht abfließen wie im eng vernetzten Mitteleuropa.

2. Das Problem der fehlenden Flexibilität (Nicht normal/Strukturell)

Was wir gerade sehen, ist ein Wachstumsschmerz der Energiewende. Es ist nicht normal für ein gesundes Marktsystem, dass 15,5 Stunden lang negative Preise herrschen. Das deutet auf zwei Defizite hin:

  • Speichermangel: Spanien verfügt aktuell über deutlich weniger Batteriespeicher-Kapazität (ca. 0,4 GW) im Vergleich zu Deutschland (ca. 16 GW). Der Strom kann also nicht "zwischengeparkt" werden.

  • Stagnierende Elektrifizierung: Während die Erzeugungskapazität (Solar-GW) explodiert, wächst der Verbrauch (E-Autos, Wärmepumpen, Industrie) in Spanien langsamer als geplant.

3. Deutschland als Sonderfall im Januar

In Deutschland ist ein hoher Solar-Marktwert im Januar eher die Regel, da die Sonne flach steht und wenig produziert wird. Jede produzierte Kilowattstunde wird hier sofort vom hohen Heiz- und Industriestrombedarf "aufgesogen". Die PV-Anlagen laufen hier im Winter selten in ein Sättigungsgefühl des Netzes.

Fazit

Die Situation in Spanien ist ein Warnsignal: Ohne den massiven Ausbau von Speichern und eine stärkere Flexibilisierung der Nachfrage droht der "Kannibalisierungseffekt", bei dem sich Solaranlagen durch ihr eigenes Überangebot die Preise zerstören.

Hintergrund: Negative Preise bedeuten, dass Erzeuger draufzahlen müssen, um ihren Strom ins Netz einspeisen zu dürfen. Dies geschieht meist, wenn das Abschalten von Großanlagen teurer wäre als die Strafzahlung.

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