Gasspeicher Anfang Februar 2026 bei unter 30 %, ein historisches Tiefstand
Warum die Lage so prekär ist
Mehrere Faktoren haben die Reserven schneller dahinschmelzen lassen als geplant:
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Hoher Winterverbrauch: Der Gasverbrauch liegt aktuell ca. 7,4 % über dem Schnitt, was vor allem an kalten Phasen und einer verstärkten Stromerzeugung durch Gaskraftwerke (wegen Phasen mit wenig Wind) liegt.
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Unzureichende Herbstbefüllung: Die Speicher gingen bereits mit nur ca. 76 % Füllstand in den Winter (statt der üblichen 95-100 %). Der Grund: Im Sommer 2025 waren die Gaspreise für den Winter kaum höher als für den Sommer – es gab für Händler schlicht keinen finanziellen Anreiz, Gas einzulagern.
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Politisches Vakuum: Kritiker werfen Ministerin Reiche vor, die Instrumente des Gasspeichergesetzes (verpflichtende Füllmengen) im letzten Jahr nicht streng genug durchgesetzt zu haben.
Der Vergleich: 2022 vs. 2026
Warum Experten trotz der leeren Speicher nicht in Panik verfallen, wie vor vier Jahren:
| Faktor | Krise 2022 | Situation 2026 |
| Abhängigkeit | Massive Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas. | Diversifizierte Importe (Norwegen, USA, Katar). |
| Infrastruktur | Kaum LNG-Terminals einsatzbereit. | LNG-Terminals an Nord- und Ostsee sind voll operabel. |
| Marktmechanismus | Angst vor physischer Knappheit. | Es ist genug Gas auf dem Weltmarkt, es ist nur eine Preisfrage. |
Das „böse Erwachen“ im Sommer
Das eigentliche Risiko ist nicht der restliche Winter (solange kein extremer Frostschock kommt), sondern die Wiederbefüllung.
Wenn wir im April mit Speichern von nur 10–15 % starten, müssen wir im Sommer gigantische Mengen Gas am Weltmarkt kaufen, um die Ziele für den nächsten Winter zu erreichen.
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Preissprung-Gefahr: Diese massive Nachfrage aus Deutschland könnte die Weltmarktpreise für LNG im Sommer 2026 nach oben treiben.
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Wettlauf mit Asien: Wir konkurrieren dann direkt mit Ländern wie Indien (die wir zuvor besprochen haben) um verfügbare Schiffsladungen.
Was das für Sie bedeutet
Die gute Nachricht: Eine Gasmangellage, in der Heizungen abgestellt werden, ist extrem unwahrscheinlich.
Die schlechte Nachricht: Die Gaspreise für Endkunden dürften stabil hoch bleiben oder wieder steigen. Der CO2-Preis ist im Januar 2026 bereits auf 55 € pro Tonne gestiegen, was das Heizen ohnehin verteuert.
Es ist eine paradoxe Situation: Die Industrie liefert Lösungen wie bidirektionales Laden (V2G), um das Netz zu entlasten, während die nationale Gasvorsorge aufgrund von Marktmechanismen und politischem Zögern auf „Kante genäht“ ist.
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