E-World energy & water 2026
Bilanz der Messe:
1. Rekordzahlen: Eine Messe der Superlative
Die Messe hat alle bisherigen Bestmarken geknackt und unterstreicht damit ihre Rolle als europäische Leitmesse der Energiewirtschaft:
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Besucherrekord: Rund 37.000 Fachbesucher aus 126 Nationen kamen nach Essen – ein deutliches Plus gegenüber den Vorjahren.
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Aussteller-Bestmarke: Mit 1.136 Ausstellern (+16 % zum Vorjahr) waren die sechs Messehallen restlos ausgebucht.
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Internationalität: Erstmalig kamen mehr als 30 % der Aussteller und Besucher aus dem Ausland, was die globale Bedeutung der deutschen Energiewende zeigt.
2. Die großen Themen: Von KI bis Wasserstoff
Die Stimmung in den Hallen war von einer "Macher-Mentalität" geprägt, allerdings gepaart mit dem Ruf nach politischer Klarheit.
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Batteriespeicher: Dieses Thema war der heimliche Star der Messe. Überall wurden Lösungen für Großspeicher und „Behind-the-Meter“-Systeme präsentiert. Die Branche sieht hier riesiges Potenzial, fordert aber von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen für Netzanschlüsse (Stichwort: Flexible Netzanschlussverträge).
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Künstliche Intelligenz (KI): KI ist kein Hype mehr, sondern Werkzeug. Gezeigt wurden Anwendungen zur automatisierten Marktoptimierung, Lastprognosen und zur Steuerung von Smart Grids.
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Wasserstoff: Hier herrscht laut vielen Ausstellern (wie EWE oder Verbund) ein „Wendepunkt“. Die Technik steht bereit, aber die Branche wartet händeringend auf das angekündigte Kernnetz und stabile Importwege.
3. Warum die Messe als Erfolg gilt
Die E-World 2026 hat geschafft, was Messen im digitalen Zeitalter oft schwerfällt: Sie war ein echter Marktplatz für Investitionen.
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Hohe Entscheiderquote: Über 70 % der Besucher waren Führungskräfte mit Budgetverantwortung.
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Fokus auf Kommunen: Der neu eingeführte „Tag der Kommunen“ war ein voller Erfolg, da Stadtwerke und Gemeinden hier konkrete Lösungen für die lokale Wärmewende und Infrastruktur fanden.
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Nachwuchsförderung: Der Career Day verzeichnete über 1.500 Anmeldungen – ein wichtiges Signal gegen den Fachkräftemangel in der Branche.
Die Sorgen der Batteriespeicher-Branche auf der E-World 2026 lassen sich auf einen zentralen Punkt bringen: Planungssicherheit. Während die Technologie bereit ist und Investoren Schlange stehen, gibt es drei große "Baustellen" in der deutschen Politik und Regulierung, die den Akteuren schlaflose Nächte bereiten.
Hier sind die Details zur aktuellen Risikolage:
1. Das "Netzentgelt-Dilemma" (AgNes-Prozess)
Das ist derzeit das größte Schreckgespenst der Branche. Aktuell läuft bei der Bundesnetzagentur das Verfahren AgNes (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom).
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Das Problem: Bisher sind viele Speicher von Netzentgelten befreit (unter der Annahme, dass sie das Netz entlasten). Die Behörde prüft nun jedoch eine Reform, die diese Befreiung kippen oder stark verändern könnte – und zwar eventuell sogar mit "unechter Rückwirkung" für bestehende Anlagen.
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Die Sorge: Wenn Speicher plötzlich wie normale Endverbraucher hohe Netzentgelte zahlen müssen, wenn sie Strom einspeichern, bricht das Geschäftsmodell vieler Großbatterien (BESS) sofort in sich zusammen. Die Branche fordert stattdessen "symmetrische Netzentgelte", die netzdienliches Verhalten belohnen statt bestrafen.
2. Der "Flaschenhals" Netzanschluss
Auf der E-World war oft zu hören, dass Projekte nicht an der Technik, sondern am Papierkram scheitern.
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Das Problem: Die Netzbetreiber sind mit der Flut an Anfragen überfordert. In einigen Regionen stiegen die Anfragen für Speicher 2025/2026 um über 400 %.
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Die Forderung: Die Branche verlangt bundesweit einheitliche Standards für flexible Netzanschlussverträge (FCAs). Das bedeutet: Ein Speicher darf angeschlossen werden, muss aber damit einverstanden sein, in extremen Engpasssituationen vom Netzbetreiber kurzzeitig abgeregelt zu werden. Ohne klare gesetzliche Regeln für diese Verträge trauen sich viele Betreiber nicht an die Umsetzung.
3. Reform des Strommarktdesigns (Kapazitätsmechanismus)
Die Bundesregierung plant für 2026 eine grundlegende Reform, um sicherzustellen, dass immer genug Strom da ist, auch wenn kein Wind weht (Dunkelflaute).
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Das Problem: Bisher lag der Fokus der Politik stark auf neuen Gaskraftwerken (Kraftwerkssicherheitsgesetz).
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Die Forderung: Die Speicherbranche fordert eine Technologieneutralität. Speicher können die notwendige "Momentanreserve" und "Blindleistung" (für die Netzstabilität) oft schneller und sauberer liefern als Kraftwerke. Sie wollen einen fairen Zugang zu diesen neuen Märkten für Systemdienstleistungen, der im Laufe des Jahres 2026 rechtlich zementiert werden soll.
4. Bauplanungsrechtliche Hürden
Ein kleiner Lichtblick, der auf der Messe diskutiert wurde: Das neue Standortfördergesetz.
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Die Verbesserung: Für Großspeicher (ab 4 MW), die nah an Umspannwerken gebaut werden, soll künftig oft kein langwieriges Bebauungsplanverfahren mehr nötig sein. Das könnte die Realisierungszeit von Projekten von Jahren auf Monate verkürzen. Dennoch schauen alle gespannt darauf, wie die Kommunen diese neue Freiheit vor Ort umsetzen.
Zusammenfassung der Stimmung
Die Branche ist in einer "Abwarte-Haltung". Man hat die Milliarden für Investitionen bereit (die E-World war voll von Finanzierern), aber solange nicht klar ist, ob man Ende 2026 plötzlich neue Gebühren für die Netznutzung zahlen muss, bleiben viele Unterschriften unter den Verträgen aus.
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