Offshore-Wind 2026: Rekord bei Fundamenten, aber Flaute bei den Zielen

1. Der „Investitionspakt“ vom Hamburger Nordsee-Gipfel (Januar 2026)

Ganz aktuell fand am 26. Januar 2026 der Nordsee-Gipfel in Hamburg statt. Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche haben dort mit neun weiteren europäischen Staaten einen Kurswechsel eingeläutet:

  • Weg von der Erlösmaximierung: Die Branche kritisiert, dass bisherige Ausschreibungen zu viel Geld für den Staat, aber zu wenig Sicherheit für die Umsetzung brachten. Ein neuer „Investitionspakt“ soll nun sicherstellen, dass Projekte nicht nur auf dem Papier existieren, sondern auch gebaut werden.

  • Sicherheitsaspekt: Die Nordsee wird nun offiziell als „kritische Infrastruktur“ eingestuft, was den Schutz vor Sabotage und eine engere Zusammenarbeit mit der NATO beinhaltet.

2. Die „Netzanschluss-Klemme“: Verspätungen kosten Milliarden

Ein zentrales Thema ist die Verzögerung bei der Infrastruktur. Ein prominentes Beispiel aus Ihrem Text ist die Umspannplattform für Borkum Riffgrund 3, die erst mit einem Jahr Verspätung fertig wurde.

  • Strafzahlungen: Solche Verzögerungen führen zu massiven Entschädigungszahlungen an die Betreiber, die letztlich über die Netzentgelte von den Verbrauchern bezahlt werden.

  • Hoffnungsschimmer 2028: Die Deutsche WindGuard prognostiziert, dass wir erst ab 2028 einen echten „Sprung“ sehen werden, wenn Systeme wie BorWin6 oder DolWin6 in Betrieb gehen. Bis dahin bleibt der Zubau eher „tröpfelnd“.

3. Reformbedarf bei Ausschreibungen (Ausschreibung 2026 ausgesetzt?)

Interessant für Ihre Leser ist der politische Konflikt: Die Bundesnetzagentur hat teilweise Ausschreibungen für 2026 ausgesetzt oder überdenkt das Design.

  • Fehlgebote: Im August 2025 gab es eine gescheiterte Ausschreibungsrunde. Die Branche fordert nun, dass nicht mehr derjenige gewinnt, der am meisten Geld an den Staat zahlt („negative Gebote“), sondern derjenige, der die realistischste Umsetzungsstrategie hat.

  • Fachkräftemangel: Ein oft unterschätzter Punkt ist, dass die Schiffe und Spezialteams für den Bau der Fundamente (wie die 99 neuen Fundamente Ende 2025) weltweit ausgebucht sind. Deutschland steht hier im harten Wettbewerb mit den USA und China.

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