„CO2-Zertifikate-Irrtum“

Wald als Stabilitätsanker in Krisenzeiten

Die Attraktivität von Wald-Investments ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Renk betont, dass sich Timberland als effektive Beimischung erwiesen hat, um das Gesamtrisiko im Portfolio zu senken.

  • Inflation Hedge: Wald dient bedingt als Schutz gegen Geldentwertung.

  • Geopolitische Faktoren: Durch den Wegfall fast aller Holzimporte aus Russland und Belarus infolge des Ukraine-Kriegs sind die Preise für minderwertiges Holz (z. B. für die Papierherstellung) gestiegen. Dies hat europäische Märkte wie Finnland und Schweden für Investoren deutlich aufgewertet.

Das Missverständnis: „Doppelte Rendite“ durch CO2?

Das größte Potenzial sehen viele Neueinsteiger in sogenannten „sekundären Ökosystem-Dienstleistungen“, insbesondere beim Verkauf von CO2-Zertifikaten. Hier räumt Jasper Renk mit einem weit verbreiteten Mythos auf:

„Man kann einen Baum nur einmal verkaufen. Entweder man erntet ihn als nachhaltigen Rohstoff oder man lässt ihn als CO2-Senke stehen. Beides zugleich ist nicht möglich.“

Für die MEAG muss sich ein Investment primär durch den Holzverkauf rechnen. CO2-Zertifikate sind kein „Add-on“ zur bestehenden Holzrendite, sondern stehen oft in direkter Konkurrenz zur Nutzung des Rohstoffs. Ausnahmen bilden lediglich Regionen mit verpflichtenden Emissionshandelssystemen wie Neuseeland.

Hintergrund: MEAG als Schwergewicht im Forstmarkt

Die MEAG, Asset Manager von Munich Re und ERGO, verwaltet bereits über zwei Milliarden Euro in Wald-Assets auf sechs Kontinenten.

  • Fokus: Der aktiv gemanagte MEAG Sustainable Forestry Equity Fund (Artikel-9-Fonds) zielt auf ein Volumen von bis zu 700 Millionen US-Dollar ab.

  • Regionen: Die geografischen Schwerpunkte liegen in den USA, Australien und Neuseeland, wobei zunehmend auch opportunistische Zukäufe in Europa (z. B. Schweden) getätigt werden.

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