Andere Erneuerbare Energien: Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie als Stabilisatoren der Wende
Während Solar- und Windenergie als die Hauptakteure der Energiewende oft im Mittelpunkt stehen, spielen die „anderen“ erneuerbaren Energieträger – insbesondere Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie – eine entscheidende, stabilisierende Rolle im globalen Kampf gegen den Klimawandel. Sie zeichnen sich in unterschiedlicher Weise dadurch aus, dass sie zuverlässigere und besser planbare Leistung in das Netz einspeisen können als die wetterabhängigen Quellen, was für die Stabilität eines auf erneuerbaren Energien basierenden Stromnetzes unerlässlich ist.
Die Wasserkraft ist weltweit der am längsten genutzte erneuerbare Energieträger. Sie liefert nicht nur Grundlaststrom, sondern kann in Pumpspeicherkraftwerken auch als riesiger, flexibler Speicher dienen, um Schwankungen von Wind und Sonne auszugleichen. Im Kontext des Klimawandels steht sie jedoch vor großen Herausforderungen. Verändertes Niederschlagsverhalten, längere Dürreperioden und schmelzende Gletscher in Hochgebirgsregionen reduzieren in vielen Teilen der Welt die verfügbare Wassermenge, was die Stromproduktion massiv beeinträchtigen kann. Dies verdeutlicht, dass der Klimawandel nicht nur durch, sondern auch auf die Energieversorgung wirkt. Trotzdem bleibt der Ausbau kleinerer, ökologisch verträglicherer Anlagen und die Modernisierung bestehender Staudämme wichtig.
Die Bioenergie aus Biomasse, Biogas oder biogenen Abfällen spielt eine Schlüsselrolle in der Wärme- und Stromversorgung, da sie bei Bedarf gesteuert werden kann (regelbar). Moderne Biogasanlagen können Strom produzieren, wenn Wind und Sonne wenig liefern, und so die sogenannte "Dunkelflaute" überbrücken helfen. Allerdings ist die Bioenergie aufgrund der Flächenkonkurrenz mit der Lebensmittelproduktion und der Debatte über die Nachhaltigkeit der Rohstoffgewinnung ökologisch umstritten. Ein zukunftsfähiger Einsatz konzentriert sich auf Reststoffe und Abfälle, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken und die direkten Emissionen durch Deponierung zu vermeiden.
Die Geothermie (Erdwärme) gilt als der verlässlichste aller erneuerbaren Energieträger, da sie das ganze Jahr über unabhängig vom Wetter konstante Wärme oder Strom liefert. Tiefengeothermie hat das Potenzial, insbesondere die Wärmewende in städtischen Gebieten voranzutreiben und ganze Quartiere mit klimaneutraler Wärme zu versorgen. Obwohl die anfänglichen Investitionskosten hoch und die geologischen Risiken bei der Erschließung nicht unerheblich sind, ist ihr Beitrag zur CO₂-Reduktion im Wärmesektor – einem der Sektoren mit den höchsten Emissionen – unschätzbar. Die konsequente Nutzung dieser stabilisierenden erneuerbaren Energien ist entscheidend, um die Versorgungssicherheit während des notwendigen Umbaus des Energiesystems zu gewährleisten und die Energiewende robust gegen die Launen des Wetters und die Folgen des Klimawandels zu machen.
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