AMOC-Kollaps könnte Südlichen Ozean zur CO₂-Quelle machen und globale Erwärmung um 0,2°C verstärken
In der Untersuchung simulierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Zusammenbruch der bedeutenden Meeresströmung unter stabilen klimatischen Bedingungen. Das Ergebnis: Der Südliche Ozean könnte sich in der Folge von einer wichtigen CO₂-Senke zu einer Quelle entwickeln. Über mehrere Jahrhunderte hinweg würden dann erhebliche Mengen des bislang im Ozean gespeicherten Kohlendioxids in die Atmosphäre freigesetzt.
Diese zusätzliche Freisetzung von Treibhausgasen hätte direkte Auswirkungen auf die globale Temperaturentwicklung. Laut Studie könnte sich die Erderwärmung dadurch um weitere 0,2 Grad Celsius verstärken. Auch wenn dieser Wert auf den ersten Blick gering erscheint, betonen die Forschenden, dass selbst kleine Temperaturanstiege erhebliche ökologische und gesellschaftliche Folgen nach sich ziehen können.
Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Fachzeitschrift Nature Communications Earth & Environment. Sie unterstreicht die zentrale Rolle der AMOC im Klimasystem der Erde: Die Strömung transportiert warmes Oberflächenwasser in den Nordatlantik und kaltes Tiefenwasser in Richtung Süden und trägt so wesentlich zur Regulierung von Temperaturen und Kohlenstoffkreisläufen bei.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, wie empfindlich das Gleichgewicht der Ozeane ist – und welche langfristigen Risiken ein möglicher Zusammenbruch zentraler Strömungssysteme für das globale Klima birgt.
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